In Deutschland erfreut sich der Neubau und Umbau von Eigenheimen dank niedriger Zinsen wachsender Beliebtheit. Aber Bauherr zu sein ist eine Herausforderung. Wo viele Gewerke mit schwerem Gerät über Wochen und Monate zusammenwirken, kommt es immer wieder zu unvorhersehbaren Ereignissen. Als Bauherr muss man koordinieren, kontrollieren und flexibel agieren. Als Bauunternehmer muss man sich der verschiedenen Risiken bewusst sein und seinen Versicherungsschutz entsprechend sorgfältig auswählen.

Welche Versicherungen sollten Bauherren schon vor Baubeginn abschließen? Worauf sollten Bauunternehmen und Handwerksbetriebe achten, wenn sie sich versichern? Hierüber gibt dieser Artikel eine systematische Übersicht.

1. Nachkriegshinterlassenschaften auf dem Grundstück

Wer bauen möchte und dazu ein Grundstück sucht, denkt selten an eine nach wie vor reale Gefahr: Blindgänger alter Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg. Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät Grundstückskäufern, zu erfragen, ob es in dem betreffenden Stadtteil Bombenabwürfe gab. Die Zuständigkeiten sind von Kommune zu Kommune und auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Grundstückskäufer sollten sich vor dem Kauf erst bei den zuständigen Behörden durchfragen. Erste Anlaufpunkte sind Bauämter, Ordnungsämter oder das Regierungspräsidium.

2. Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung für unbebaute Grundstücke

Auf den ersten Blick erscheint vielen Eigentümern von unbebauten Grundstücken eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung unnötig zu sein, da sie die Gefahren, die auch hier lauern können, nicht sofort erkennen. Als unbebaut bezeichnet man nicht nur Gebäude, auf denen tatsächlich keine Gebäude stehen, sondern auch solche, auf denen sich verfallene oder zerstörte Gebäude befinden.

Auch wenn ein Baubeginn nocht nicht feststeht oder auf absehbare Zeit gar keine Bebauung geplant ist, trägt der Eigentümer die Verantwortung für sein Grundstück. Das bedeutet, dass er u.U. verantwortlich gemacht werden kann, wenn auf dem Grundstück jemand zu Schaden kommt. Oftmals wird vergessen, dass auch bei unbebauten Grundstücken Streupflicht besteht. Wenn dieser nicht nachgekommen wird und Passanten zu Schaden kommen, ist der Eigentümer auch hier in der Haftung. In solchen Fällen schützt den Eigentümer eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

3. Architekten

Der Architekt steht seinem Berufsbild nach nicht auf der Seite der Bauhandwerker, sondern auf der des Bauherren. Er sitzt allerdings oft auch zwischen den Stühlen, da er einerseits die Interessen des Bauherren wahren, gleichzeitig aber den Bau voranbringen muss.

Der Architekt wird schnell für Fehler und Schäden jeglicher Art verantwortlich gemacht. Auch die Rechtsprechung ist ihm nicht immer wohl gesonnen. Die Verpflichtungen des Architekten gegenüber dem Bauherren sind vielschichtig. Je nach Umfang der Beauftragung ist er u.a. zuständig für

- Bertung des Bauherrn in technischen, finanziellen, rechtlichen und wirtschaftlichen Punkten

- Planungsleistungen

-Beauftragung der einzelnen Gewerke / Vergabe von Aufträgen an Firmen

- Bauüberwachung

- Durchführung von Genehmigungsverfahren

- Rechnungsprüfung

- Veranlassung von Mängelbeseitigungen

- Absicherung der Baustelle / Verkehrssicherungspflichten

In den meisten Bundesländern ist die Berufshaftpflichtversicherung für Architekten eine Pflichtversicherung. Geregelt ist dies in den jeweiligen Landesarchitektengesetzen. Generell ist Architekten aufgrund der hohen Haftungsrisiken zu empfehlen, eine Berufshaftpflichtversicheurng abzuschließen.

Sofern ein Schaden an der Bauleistung vorliegt, haftet der Architekt für seine erbrachten Leistungen in der Regel fünf Jahre nach Abschluss der Tätigkeit. Erst mit Abnahme des Bauwerks beginnt die Verjährung. Selbst dann, wenn der Architekt nur Planungsleistungen erbracht hat. Bei einem Vollarchitekturauftrag verlängert sich die Haftung um weitere fünf Jahre. Eine Haftung bis zu 30 Jahren ist ebenfalls möglich, z.B. wenn die Schädigung eines Dritten wesentlich später eintritt, wenn der Architekt arglistig gehandelt hat, wenn entferntere Mängelfolgeschäden eintreten oder bei Verletzung vertraglicher Nebenpflichten. Für den Bauherrn ist es ratsam, mit einem Architekten zusammen zu arbeiten bzw. vor Baubeginn die Baukosten durch einen Architekten berechnen zu lassen. Sollte es später zu Mehrkosten kommen, kann der Architekt haftbar gemacht werden. Der Bauherr sollte sich zu Beginn von seinem Architekten einen Nachweis über dessen Berufshaftpflichtversicherung geben lassen, auch wenn kein Direktanspruch an die Versicherung besteht (wie z.B. in der Kfz-Versicherung).

4. Bauherrenhaftpflicht

Grundsätzlich sollte immer eine Bauherren-Haftpflichtversicherung bei Neu- und Umbauten abgeschlossen werden. Die Bauherren-Haftpflichtversicherung wird für zwei Jahre geschlossen. Eine Kündigung ist nicht nötig.

Der Grundstückseigentümer haftet aus vermutetem Verschulden (§836BGB). Das bedeutet, dass dem Schädiger ein Verschulden unterstellt wird. Die Beweislast liegt jedoch beim Geschädigten. Der Bauherr ist dafür verantwortlich, dass von seiner Baustelle keine Gefahr ausgeht. Außerdem ist er verpflichtet, sich persönlich von den getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu überzeugen. Der Bauherr und der Bauunternehmen haften gesamtschuldnerisch.

Hierzu ein Beispiel: Für einen Keller wird eine Grube ausgehoben; das Grundstück wird nicht abgezäunt. Fällt ein Dritter in die Grube, so haftet der Bauherr unbegrenzt. Auf den Bauherrn können hier schnell Kosten für Umbauten oder auch für Krankenhausaufenthalte bis hin zu Rentenanspruchen zukommen.

Die Berechnungsgrundlage für eine Bauherren-Haftpflichtversicherung bei Umbauten sind die Gesamtkosten der Umbaumaßnahmen. Bei Neubauten bilden die Bausumme (ohne Architektenhonorar und Grundstückskosten) zuzüglich der Kosten für Aushebung von Grund und Boden die Berechnungsgrundlage.

Eine Bauherren-Haftpflichtversicherung für einen Neubau (250.000,- Euro) kostet etwa 100 Euro. Hinzu kommen gegebenenfalls noch Zuschläge für Planungsleistungen und die Bauleitung durch den Bauherrn. Auch für erbrachte Eigenleistungen sehen die Tarife Zuschläge vor.

Bitte beachten: sogenannte Sowieso-Schäden, d.h. solche, die beim Bauen vorhersehbar sind, werden von der Bauherren-Haftpflichtversicherung nicht gedeckt. Kosten für Sowieso-Schäden müssen bereits in der Kalkulation des Planders oder Architekten auftauchen.

5. Bauleistungsversicherung

Beispiel: durch einen Srtum stürzt die Mauer des Rohbaus ein. Wenn das Gewerk vom Bauherrn schon abgenommen wurde, muss er den erneuten Aufbau selber bezahlen. Hat der Bauherr das Gewerk noch nicht abgenommen, zahlt der Handwerker den Wiederaufbau.

Auch bei schlüsselfertigen Bauen empfiehlt sich eine Bauleistungsversicherung. Der Bauherr trägt auch bei höherer Gewalt und außergewöhnlichen Witterungsniederschlägen die Gefahr. Auch wenn er das Gewerk vorher nicht abgenommen hat.

Die Bauleistungsversicherung schützt Bauunternehmer und Bauherren vor unvorhersehbaren Schäden, die während der Bauphase auftreten. Dazu zählen insbesondere Schäden durch höhere Gewalt, wie z.B. außergewöhnliches Hochwasser oder Sturm. Ebenfalls versichert sind Schäden durch Vandalismus und unvorhersehbare Eigenschaften des Baugrundes und Fahrlässikgeit. Die Bauleistungsversicherung versteht sich als Allgefahrendeckung für das Bauprojekt während der Entstehung. Nicht versichert sind insbesondere Schäden durch Feuer (Brand, Blitzschlag, Exposion). Für Feuerrisken während der Bauzeit steht die Feuerrohbauversicherung ein. Die Laufzeit der Bauleistungsversicherung erstreckt sich üblicherweise über die gesamte Bauzeit des Objektes. Eine Bauleistungsversicheurng kann auch zwischen dem Bauherrn und den Firmen aufgeteilt werden. Die Umlage der Beiträge kann jedoch nur geschehen, wenn die Gewerke einzeln vergeben werden. Auch bei Umbauten sollte eine Bauleistungsversicherung abgeschlossen werden. Ratsam ist, Altbauten gegen Einsturz abzusichern. Die betreffrende Klause 55 kann meistens gegen einen Zuschlag eingeschlossen werden. Einen Rundumschutz bietet die Klausel 81: Mitversicherung von Altbauten gegen Sachschäden. Zusätzlich kann das Feuer-Risiko eingeschlossen werden.

 

6. Bauhelfer-Unfallversicherung

Bauherren ist Hilfe willkommen. Aber auch in der Mithilfe von Verwandten und Freunden auf privaten Baustellen stecken Risiken. Daher ist es ratsam, das Unfallrisiko der Bauhelfer zusätzlich mit einer privaten Bauhelfer-Unfallversicherung abzusichern. Der Versicherungsschutz über die gesetzliche Pflichtversicherung bei der Berufsgenossenschaft ist leider nicht ausreichend. Bei der gesetzlichen Pflichtversicherung hat der Bauherr sein Bauvorhaben auf jeden Fall anzumelden. Die Anmeldung erübrigt sich auch nicht durch das Vorhandensein einer privaten Bauhelfer-Unfallversicherung.Der Bauherr und Ehegatte werden von der Berufsgenossenschaft nicht automatisch mitversichert; sie müssten hier eine freiwillige Bauherrenversicherung hinzunehmen. In der priavten Bauhelfer-Unfallversicherung sind Bauherr und Ehegatte i.d.R. schon eingeschlossen. Die Bauhelfer-Unfallversicherung gilt nur auf dem im Antrag genannten Versicherungsgrundstück. Wegeunfälle sind ausgeschlossen.

7. Feuerrohbauversicherung / Feuerversicherung

Die Feuerrohbauversicherung deckt Schäden, die an einem Rohbau durch Brand, Blitzschlag oder Exposion auftreten. Eine Feuerrohbauversicherung wird von vielen Versicherern bis zu sechs Monaten und ggf. sechs weiteren Monaten kostenfrei angeboten, wenn beim gleichen Versicherer eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen wird. Die Feuerrohbauversicherung lasst sich auf Antrag verlängern. Sie ist i.d.R. auch eine von baufinanzierenden Banken geforderte Dalehensvoraussetzung.

In der gewerblichen Gebäudeversicherung wird für die Feuerrohbauversicherung eine Prämie erhoben. Von einigen Versicherern wird die Prämie mit dem Vertrag für die gewerbliche Gebäudeversicherung verrechnet.

Die Vorgehensweise in der Wohngebäudeversicherung ist anders. Hier ist die Feuerrohbauversicherung Teil der Berechnung der Gefahren Feuer, Leistungwasser, Sturm/Hagel sowie Elementarschäden.

Zieht der Versicherungsnehmer ein, teilt er dies dem Versicherer schriftlich mit. Dann wird sozusagen aus der bisherigen Feuerrohbauversicherung die eigentliche Wohngebäudeversicherung. Der Kunde erhält einen Nachtrag zu seiner Wohngebäudeversicherung und hat somit die volle Deckung.

Bei Umbauten ist das Haus oder die Wohnung während der Umbaumaßnahmen entweder bewohnt oder, was bei Sanierungen meistens der Fall ist, unbewohnt. In diesem Fall bitte darauf achten, dass die Bauleistungsversicherung das Feuerrisiko einschließt.

Ist das im Umbau befindliche Objekt dagegen bewohnt, kann dem Versicherer mitgeteilt werden, dass Baumaßnahmen laufen. Hier haben Sie in den meisten Fällen die volle Deckung (Feuer, Leistungswasser und Sturm/Hagel).

Bitte beachten Sie bei der Ermittlung der Neubausumme, dass alle Baukosten (wie Architektenkosten) berücksichtigt werden. Daher empfehlen wir, den Wert des Gebäudes über den Wertermittlungsbogen zu ermitteln.

8. Warum eine Betriebshaftpflichtversicherung für Handwerker/Unternehmer wichtig ist

Ein Unternehmen haftet für Schäden gegenüber Dritten in unbegrenzter Höhe. Darüber hinaus haftet der Unternehmer auch für Schäden, die durch seine Mitarbeiter oder sonstige Beauftragte schuldhaft verursacht werden. Bei einer kleinen Unachtsamkeit bei der Ausübung der Tätigkeit kann es leicht zu einer Existenzbedrohung kommen. Solte es zu einem berechtigten Schadenersatzanspruch kommen, indem Personen- Sach-, Vermögensschäden (als Folge versicherter Sachschäden oder Personenschäden) oder Umweltschäden eingetreten sind, zahlt die Betriebshaftpflichtversicheurng. Unberechtigte Forderungen wehrt der Versicherer, wenn nötig auch gerichtlich, ab.

Empfohlene Leistungen der Betriebshaftpflichtversicherung

* Tätigkeitsschäden

* Nachbesserungsbegleitschäden und Mangelbeseitigungsnebenkosten

* aktive Werklohnklage

* Ein- und Ausbaukosten

* Unterfangung / Unterfahrung

* Obhutsschäden

* Be- und Entladeschäden am Ladegut Dritter

* Umwelthaftpflicht-Basis-Deckung

* Umwelt-Regressdeckung

* Grunddeckung

Die Betriebshaftpflichtversicherung ist keine Pflichtversicherung! Der Bauherr sollte sich von dem Bauhandwerker oder Bauunternehmer einen aktuellen Nachweis erbringen lassen, dass eine ungekündigte Betriebshaftpflichtversicherung besteht. Der Bauherr ist auf eine professionelle Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen und den Handwerksbetrieben angewiesen. Doch wie sieht es bei einem Schadenfall aus? Schäden auf dem Bau können schnell in die Tausende gehen. Besitzt der Bauunternehmer oder Bauhandwerker keinen Versicherungsschutz, kommt es zum Konflikt. Ein jeder verteidigt seine wirtschaftlichen Interessen. Indes steht der Bau still und vielleicht sogar das ganze Bauvorhaben auf der Kippe. Daher sollte der Bauhandwerker eine Betriebshaftpflichtversicherung mit umfangreichen Leistungen abgeschlossen haben, den bei berechtigten Ansprüchen kommt die Versicherungsgesellschaft für den Schaden auf, und der Versicherte kann beruhigt seiner Tätigkeit nachgehen.

Beim versichern von Bauhandwerksbetrieben und Bauunternehmen sind maßgeschneiderte Lösungen gefragt. Versicherungstarif und -summe müssen zum Gewerk und dessen Risiken passen, auch zu den Kernkompetenzen und Spezialgebieten des Unternehmens, zur Betriebsgröße und zu den Auftragsvolumen. Überdies ist festzustellen, ob Risiken durch Subunternehmen mit zu versichern sind.

Tätigkeitsschäden werden in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHB) vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Daher sollten Tätigkeitsschäden durch Deckungserweiterungen der Betriebshaftpflichtversicherung mitversichert sein.

Als Tätigkeitsschäden gelten Schäden an fremden Sachen durch eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Versicheurngsnehmerns und alle infolge des Schadens entstandenen Vermögensschäden (Beispiel: einem Maler fällt ein voller Farbeimer auf das neu verlegte Parkett. Der Maler bzw. die Malerfirma haftet für den entstandenen Schaden).

Auch Nachbesserungsbegleitschäden und Mängelbeseitigungsnebenkosten sind in den AHB vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Diese Leistungen sollten ebenfalls Teil der Deckungserweiterungen sein.

Bei Mängelbeseitigungsnebenkosten muss ein Schaden vorliegen! Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Sachschäden, die als Folge eines mangelhaften Werkes auftreten, sowie auf die Kosten, die erforderlich sind, um die mangelhafte Sache zum Zwecke der Schadenbeseitigung zugänglich zu machen und um den vorherigen Zustand wieder herzustellen (Beispiel: Durch fehlerhafte Montage ist ein Wasserrohrbruch in einer gefliesten Wand entstanden. Als Mängelbeseitigungsnebenkosten gelten in diesem Fall das Entfernen der Fliesen, die bei der Reparatur beseitigt werden müssen, und das anschließende Ersetzen der Fliesen. Mangelhafte Werkleistungen an sich (im Beipsiel das falsch montierte Rohr) sind nicht betriebshaftpflichtversichert, sondern nur die Nebenkosten (hier: Fliesen), vorausgesetzt die Mängelbeseitigungsnebenkosten werden in den Deckungserweiterungen berücksichtigt.

Nachbesserungsbegleitschäden sind Aufwendungen, die dem Versicherungsnehmer infolge von Nachbesserungsarbeiten entstehen, ohne das es zu weitergehenden Schäden gekommen sein muss. Die Deckungsklausel für Nachbesserungsbegleitschäden bezieht sich auf Kosten, die entstehen, um das mangelhafte Gewerk zu finden und freizulegen (Schadenbeispiel: Elektrokabel werden vom Installateur unter Putz verlegt; die Wand wurde danach gefliest. Später wird erkannt, dass die Kabel unsachgemäß verlegt wurden. Um den Fehler zu beheben, müssen die Fliesen entfernt und die Wand aufgestemmt werden. Die Begleitumstände (hier: Fliesen und Wand bearbeiten) sind durch die Klausel versichert. Die Kosten der Kabel trägt der VN selbst.

Ein- und Ausbaukosten sind in den AHB vom Versicheurngsschutz ebenfalls ausgeschlossen. Diese sollten deshalb in den Deckungserweiterungen eingeschlossen werden. Ein Beispiel: ein Kunde kauft bei einem Fliesenhändler Fliesen, die er selber verlegt. Nach dem die Fliesen verlegt sind, fällt dem Kunden auf, dass Farbabweichungen auftreten. Der Kunde fordert vom Fliesenhändler erstens neue mangelfreie Fliesen und zweitens die Übernahme der Ein- und Ausbaukosten. Der zweite Anspruch hätte nach früherem deutschem Recht nicht bestanden. Doch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat jüngst die Recht der Verbraucher gestärkt. Nun ist der Veräußerer (Handwerker oder Händler) verpflichtet, auch die Ein- und Ausbaukosten mangelhafter Erzeugnisse zu tragen.

Aktive Werklohnklage: es kommt vor, dass ein Auftraggeber die unstrittigen Werklohnforderung eines Handwerkers nicht bezahlt und stattdessen mit Schadenersatzansprüchen, die unter den Versicherungsschutz des Betriebshaftpflichtversicherers fallen würde, verrechnet. Der Handwerker muss nun, um seinen Werklohn zu erhalten, diesen gerichtlich einfordern (Beispiel: ein Bauherr unterstellt einen angeblich vom Bauhandwerker verursachten Haftpflichtschaden und behält deswegen 10.000 EUR der Werklohnforderung. Ein Nachweis des Schadens erfolgt nicht. Der Bauhandwerker legt dar, dass er den Schaden nicht verursacht habe und ihm auch nicht zugerechnet werden könne. Seine Versicherungsgesellschaft übernimmt die anteiligen Gerichts- und Anwaltskosten für den Rechtsstreit, oder trägt die Kosten im Verhältnis, in dem der Schadenersatzanspruch zum geltend gemachten Werklohn steht.

Unterfangung/Unterfahrung: In dicht besiedelten Gebieten werden Bebauungsflächen immer knapper. Vorhandene Bauflächen werden bis zur Grundstücksgrenze genutzt oder grenzen, z.B. nach dem Abriss eines Altbaus, direkt an ein vorhandenes Nachbargebäude. Je nach Lage und Bauvorhaben kommt es vor, dass der Neubau tiefer liegt als das Nachbargebäude. Um die Stand- und Kippsicherheit der Nachbargebäude, insbesondere beim Ausheben der Baugrupe, nicht zu gefährden, müssen gegebenenfalls die benachbarten Altbaufundamente tiefer geführt und unterfangen werden. Dabei ist es i.d.R. erforderlich, Eingriffe am Nachbargrundstück vorzunehmen (Beispiel: ein Tiefbaubetrieb musste zur Herstellung eines Abwasserkanals eine Hausmauer unterfahren. Durch die ungenügenden Sicherungen des Nachbargebäudes, entstehen Risse in der Fassade. Die Betriebshaftpflicht über nimmt die Kosten für die Beseitigung der Risse.

Bei Obhutsschäden handelt es sich um Schäden an geliehenen Sachen. Grundsätzlich ist die Versicherung von geliehenen, geborgten oder entwendeten Sachen bei der normalen Haftpflichtversicherung ausgeschlossen. Ein Obhutsschaden ist ein Schaden, der an Sachen entsteht, die der Versicherungsnehmer selbst verwendet, verwahrt oder transportiert.

Be- und Entladeschäden am Ladegut Dritter sind schnell passiert und leicht vorstellbar. Ein typisches Beispiel: einem Sanitärinstallateur werden die Sanitäranlagen geliefert. Beim Ausladen der Badewanne packen die Monteure mit an. Einer stopert, beschädigt die Tür des Speditionsfahrzeugs und lässt dabei die Badewanne fallen. Der Fahrzeugschaden und die beschädigte Badewanne werden vom Haftpflichtversicherer ersetzt.

Dei Umwelthaftpflicht-Basis-Deckung ist grundsätzlich Bestandteil der Betriebshaftpflichtversicherung für das Bauhandwerk. Hierbei sind Schäden durch Umwelteinwirkungen (z.B. durch Stoffe, Gase, Erschütterungen) versichert. Die Kleingebinderegel ist gewöhnlich eingeschlossen. Hierbei dürfen die üblichen Mengen in Höhe von 250 Liter und 2.000 bis 3.000 Kilogramm gewässerschädlicher Stoffe ne nach Versicherer nicht überschritten werden.

Die Umwelt-Regressdeckung beinhaltet das Produkthaftpflichtrisiko beim Umgang mit Umweltanlagen (Planung, Herstellung, Lieferung, Handel, Montage, Demontage, Instandhaltung). Die Regressdeckung steht für Umweltschäden durch betriebliche Tätigkeiten auf fremden Grundstücken ein (Beispiel: bei der Montage einer Ölheizung werden Rohre fehlerhaft verlötet. An der undichten Lötstelle tritt Heizöl aus und kontaminiert das Gebäude, den Boden und das Grundwasser. der Auftraggeber erhält vom Versicherer des Monteurs Schadenersatz für die Schäden an dem Haus und dem Boden aus der Betriebshaftpflicht des Bauhandwerkers.

Das Umweltschadengesetz (USchadG) schafft eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung der Verantwortlichen zur Vermeidung und Sanierung von Umweltschäden (§2 Ziff. 1 USchadG) oder zur Erstattung der hierfür anfallenden Kosten. Verantwortlich ist jede natürliche und juristische Person, die einer berufliche Tätigkeit ausübt. Versicherungsschutz besteht auch dann, wenn der Versicherungsnehmer von einer Behörde oder einem sonstigen Dritten zur Erstattung der Kosten für die Sanierung aufgefordert wird. Es sind ausschließlich Umweltschäden versichert, die unmittelbar Folge einer plötzlichen und unfallartigen Störung des bestimmungsgemäßen Betriebes des Versicherungsnehmers oder des Dritten (Betriebsstörung) sind.

Die Grunddeckung sichert gegen Schäden an der Biodiversität auf fremden Grundstücken, fremden Böden und fremden Gewässern, außerhalb des Betriebsgrundstück, ab. Mit dem Zusatzbaustein 1 können zusätzlich zur Grunddeckung Schäden auf eigenem Grundstück, eigenem Boden, wenn von diesem eine erhebliche Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgeht und an eigenen Gewässern, versichert werden. Der Zusatzbaustein 2 ergänzt die Grunddeckung sowie den zuvor beschriebenen Zusatzbaustein 1 um die Absicherung gegen Schäden auf eigenem Grundstück , unabhängig von einer Gefahr für die menschliche Gesundheit (Beispiel: ein Bauunternehmen legt ein Baugebiet trocken. Versehentlich wird dabei ein Feuchtbiotop zerstört. Darin lebte eine geschützte Froschart. Ein Umweltschutzverband meldet die Sache den Behörden. Kostenpunkte für den Schädiger: die Wiederansiedelung der Froschpopulation und die Wiederherstellung des Feuchtbiotops.

Quelle: [pma:] Partnermagazin 01/2014 Team HUKR-Sach


Sven Milke
Geschäftsführer
Betriebswirt bAV (FH)

Startseite

Kennst du Einen

Gefällt Ihnen das auch?

Denn freuen wir uns über Ihre Teilung in den Sozialen Netzwerken!

Unterstützer der Qualitätsoffensive Gut beraten