Schlamm im Wohnzimmer, Wasser im Keller, Putz bröckelt von den Wänden und die Polstermöbel sind völlig aufgequollen: Wenn die Flut abklingt und evakuierte Bewohner zurück in ihre Häuser dürfen, wird das Ausmaß der Verwüstung für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe erst so richtig sichtbar.

Das große Aufräumen beginnt. Doch bevor die kaputten Möbel auf dem Sperrmüll landen, gilt es, den Schaden für die Versicherung zu dokumentieren.

Was tun nach einem Schadenfall?

Schnell, aber nicht übereilt handeln, ist jetzt die Devise:

  1. Markieren Sie die erreichten Wasserstände und dokumentieren Sie die Schäden durch Fotos
  2. Halten Sie den Schaden beispielsweise durch Abpumpen des Wassers, Reinigung und Trocknung des Gebäudes sowie der durchnässten Einrichtung so gering wie möglich
  3. Sollten Sie eine deutliche Ölschicht auf dem im Keller stehenden Wasser sehen, pumpen Sie das Wasser nicht ins Freie, sondern sprechen Sie die Maßnahmen mit Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk vor Ort ab
  4. Bitte rauchen Sie nicht und achten Sie – wenn möglich – auf eine gute Belüftung
  5. Bevor Sie elektrische Geräte wieder in Gang setzen, sollten Sie diese überprüfen lassen. Im schlimmsten Fall besteht Lebensgefahr, außerdem könnten die Geräte beschädigt werden
  6. Teilen Sie ihrer Versicherung Verluste und voraussichtliche Kosten mit. Nutzen Sie dafür entweder die Notfallhotline, oder wenden Sie sich an Ihren zuständigen Vertreter. Außerdem sollten Sie zerstörte oder beschädigte Gegenstände erst nach Rücksprache entsorgen
  7. Was auch immer die Überschwemmung anrichtet, Sie sollten schnellstmöglich Ihren Versicherungsvertreter informieren.

Hilfreich sind bei der Schadenmeldung folgende Daten:

  1. Versicherungsnummer
  2. Was ist beschädigt und in welchem Umfang?
  3. Eine erste Schätzung zur Schadenhöhe
  4. Ggf. Fotos vom Schaden, aus denen der Schadenumfang hervorgeht
  5. Telefonnummer für Rückfragen

Wichtig bei Kfz-Schäden:

Sollte das Kraftfahrzeug überflutet worden sein, helfen folgende Hinweise:

  • Lassen Sie das Wasser aus dem Fahrgastraum ablaufen, indem Sie die Türen und den Kofferraum öffnen. Bei einigen Fahrzeugmodellen sind spezielle Auflochbohrungen vorhanden
  • Entfernen Sie lose Fahrzeuginnenteile wie Fußmatten oder Bezüge. Trocknen Sie diese an der Luft. Unternehmen Sie keine Trocknungsversuche im Auto, etwa mit einem Fön. Das ist gefährlich. Bauen Sie die Innenverkleidung nicht aus, da sie sich verzieht und später nicht mehr eingebaut werden kann
  • Starten Sie auf gar keinen Fall den Motor eines überschwemmten Fahrzeugs
  • Lassen Sie die Batterie von einem Fachmann abklemmen.

Welche Versicherung zahlt?

Die Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie beispielsweise die Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks übernimmt eine Wohngebäudeversicherung mit entsprechender Elementardeckung. Diese muss vom Kunden zusätzlich abgeschlossen worden sein. Die Elementar-Zusatzdeckung in der Hausratversicherung kommt für das beschädigte oder zerstörte Wohnungsinventar auf. Sollte das Grundstück durch Starkregen überflutet werden, das Wasser unter der Eingangstür durchlaufen und dabei die Garderobe, den Wohnzimmerschrank oder das Sofa beschädigen, ersetzt die Versicherung den Wiederbeschaffungswert des beschädigten Mobiliars. Läuft ein Fluss über das Ufer und setzt das eigene Auto unter Wasser, tritt die Kaskoversicherung ein.


Sven Milke
Geschäftsführer
Betriebswirt bAV (FH)

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