Zu Beginn des neuen Jahres erstellen die Unternehmen wieder ihren Jahresabschluss und ermitteln dabei auch den Gewinn des Vorjahres. Und mit dem Gewinn werden die erfolgsabhängigen Tantiemen für Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte festgestellt.

Auch Sonderzahlungen wie Bonifikationen, Umsatz- oder Gewinnbeteiligungen für Mitarbeiter werden zu diesem Zeitpunkt errechnet.

 

Das Dilemma der Sonderzahlungen

 

Der Umfang dieser Zahlungen reicht dabei von kleinen dreistelligen bis zu hohen sechsstelligen Beträgen. Das Dilemma: die fällige Lohnsteuer vermindert den Auszahlungsbetrag um bis zu 50 Prozent. Das folgende Beispiel verdeutlicht diesen Effekt:

 

Gesellschafter-Geschäftsführer

verheiratet, 1 Kind,

keine weiteren Einkünfte

 

Jahresgehalt: 120.000 Euro

 

Tantieme: 20.000 Euro

 

 

Gesamteinkommen aus

nichtselbständiger Tätigkeit

(§19 Abs. 1 Nr. 1 EStG)

 

ohne Tantieme: 120.000,- Euro

 

mit Tantieme: 140.000,- Euro

 

 

Gesamtsteuerbelastung

 

33.530,- Euro 43.144,- Euro

 

Einkommen nach Steuern

 

86.470,- Euro 96.856,- Euro

 

Steuerlast auf Tantieme:                      9.614 Euro (=48%)

 

Durch Einzahlung der (Brutto-)Tantieme in eine Basisrente lässt sich diese Steuerlast reduzieren. In 2014 können 78 Prozent des Beitrags - höchstens jedoch 20.000,- Euro bzw. 40.000,- Euro bei Ehepaaren - als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Allerdings gibt es hierbei zwei wichtige Einschränkungen: die fällige Leistung im Ruhestandsalter kann nicht kapitalisiert werden und etwaige Ansprüche gehen im Todesfall nur auf hinterbliebene Ehepartner, eingetragene Lebenspartner oder Kinder über.

 

Die Lösung: Deferred Compensation

 

Durch richtige Gestaltung lassen sich dabei sowohl die steuerlichen Belastungen wie auch die Verfügungseinschränkungen vermeiden. Bei der Deferred Compensation, auch als BilMoG-Rente bekannt, kommt die jeweilige Sonderzahlung nicht zur Auszahlung, sondern wird bereits im Unternehmen wieder angelegt.

Hierbei verzichtet der Begünstigte auf die Barauszahlung seiner Tantieme oder Bonifikation. Im Gegenzug erteilt das Unternehmen eine Zusage auf Versorgungsleistungen im Ruhestandsalter. Dies können sowohl Kapital- als auch Rentenleistungen sein. Dabei nutzt das Unternehmen die Vorzüge der klassischen betrieblichen Altersversorgung in Form der Pensionszusage oder der Unterstützungskasse. Für das Unternehmen sind die Zuführungen zu den Rückstellungen und / oder die Zuwendungen ( z.B. der Versicherungsbeitrag) als Betriebsausgaben abzugsfähhig. Gleichzeitig entfällt zu diesem Zeitpunkt die Besteuerung beim Begünstigten , da kein Zufluss an Einkommen stattfindet. Erst im Ruhestandsalter fließen Kapital oder Rente zu und sind dann erst mit dem in der Regel deutlich niedrigeren Steuersatz zu versteuern. Zudem kann bei Kapitalzahlungen auch die Fünftelungsregelung (§34 EStG) genutzt werden.

Da Tantiemen und andere Sonderzahlungen von ihrer Natur her unregelmäßig und in unterschiedlicher Höhe anfallen können, stellt die Pensionszusage die am besten geeignete Lösung dar. Zahlungen können hier höchst flexibel eingebracht werden: einmalig oder laufend, gleichbleibend oder variabel.

Im Gegenzug verspricht das Unternehmen Versorgungsleistungen in Form der beitragsorientierten Leistungszusage (BOLZ). Wird die Zusage nun kongruent über ein passendes Versicherungsprodukt refinanziert, ist das Unternehmen vor etwaigen Nachschusspflichten und Kalkulationsrisiken geschützt.

Der positive Effekt: eine derartige BilMoG-Rente ist bilanzneutral. Denn seit Einführung des BilMoG ist die Rückstellung an den Zeitwert der Rückdeckungsversicherung gekoppelt (§253 Abs. 1 S. 2 HGB) und saldiert sich aus Handelsbilanz und GuV. Steuerlich sind Rückstellungen nach §6a EStG zu bilden, wogegen das Deckungskapital zu aktivieren ist Durch gezielte Produktauswahl kann dabei sogar ein spürbarer Steuerstundungseffekt erzielt werden.

Im Rahmen der Deffered Compensation kommt zudem eine struktuerelle Besonderheit hinzu. Während der Anspardauer sind die Beiträge in voller Höhe als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Besprechungstermin mit uns! Wir freuen uns auf Sie!

 

 

 

 

 


Sven Milke
Geschäftsführer
Betriebswirt bAV (FH)

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